Die Bildportfolio-Reihe Vietnam beschreibt in ihrem ersten Band den Norden von Vietnam. Es ist eine Region, deren Kulturlandschaft schon vor langer Zeit durch chinesische Einflussnahme geprägt wurde. Viele historische Anlagen, wie Tempel oder Zitadellen zeugen davon. Viele Traditionen und geistige Werte wurden aus diesem Riesenreich übernommen und dann regional verfeinert. Das hieß aber nicht, dass man sich China vorbehaltl
os beugte. Im Gegenteil, wenn es gelegen schien sogar auch auf das heftigste bekämpfte. So entstand der erste vietnamesische Staat unter dem großen Strategen Ngo Quyèn, der 938 in der Schlacht am Bach Dang-Fluss endgültig die tausendjährige Herrschaft Chinas in Nordvietnam beendete. Nordvietnam, das in seiner langen Geschichte viel Entbehrung und Unterwerfung kennengelernt hat, zog aus schweren Zeiten auch immer seine kollektiv enorme Willensstärke, um später die eigene Zukunft souverän bestimmen zu können. (siehe Buch Nordvietnam)
Nordvietnam
POSTED : October.2020Politisch gesehen g
ab es die größten Verwerfungen ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Die französische Kolonialherrschaft hatte das Land stark verändert. Europäische Sichtweise wurde rücksichtslos auf ein ganzes Land übertragen. Folgerichtig brachte es den Nährboden zur Rebellion des Volkes und schließlich zur systemischen Umbildung durch eine sozialistische Revolution. Unter Führung von Ho Chi Minh gewann Nordvietnam neues Selbstbewusstsein und schuf die Grundlage zur Überwindung seiner Zweiteilung in Nord und Süd. Durch den hart erkämpften Sieg im verlustreichen Vietnamkrieg gegen die Supermacht USA, entstand für die junge vietnamesische Generation eine Möglichkeit des Neubeginns.

So öffnete sich das Land seit den 80er Jahren nicht nur wirtschaftlich, sondern auch in anderen Bereichen für die internationale Gemeinschaft. Zum Beispiel im Tourismusbereich. Der Norden Vietnams blühte auf, nicht zuletzt wegen seines grandiosen Reichtums an Natur, Landschaft und Kultur. Links und rechts der Lebensader des roten Flusses gibt es viel zu entdecken. Hier liegt die drittgrößte Stadt Haiphong mit dem bedeutendsten Hafen von Vietnam und Anlaufpunkt für die internationale Industrie. 120 Kilometer weiter nordwestlich breitet sich die Metropole Hanoi aus. Eine eindrucksvolle Weltstadt mit etwa 7 Millionen Einwohner und voll mit sehenswerten Besonderheiten.
160 Kilometer davon entfernt die Provinz Mai Chau. Ein wunderschönes Stück Erde mit Reisplantagen in stillen Tälern, umgeben von hohen urwaldbewachsenen subtropischen Berggipfeln.
Weiter sü
dlich davon, beginnt die einzigartige Karstlandschaft von Ninh Binh, die auch als „trockene Halong Bucht“ bekannt ist. Kleine schroffe Kalksteinberge bildeten hier über Jahrmillionen seltsame Landschaftsformen. Mittendrin kleine bunte Städtchen mit kulissenartiger Architektur. In Tam Coc kann man in einem idyllischen Flusstal bei einer gemächlichen Bootsfahrt durch zahlreiche dunkle Karsthöhlen fahren.
Wer dann noch
220 km in nordöstliche Richtung weiterfährt, erreicht das sensationelle UNESCO Weltnaturerbe – die Halong Bucht. 2000 naturgeschützte kleine Felsinseln haben im Norden des südchinesischen Meeres ein traumhaftes Meereslabyrinth geschaffen. Ihre Schönheit gleicht einer prachtvollen Perle auf unserem blauen Planeten Erde.
